CORRESPONDESSE

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This article was written on 04 Jul 2011, and is filled under Interview, Music.

Er hat majestätische Laune

Mal wieder habe ich ein besonders begabtes Mitglied aus meinem extensiven Freundeskreis getroffen und ihn nebst einem Cafe nach seinem kometenhaften Werdegang als Star-DJs befragt (zukünftig).

Er (Name von der Redaktion weggelassen) ist seit mittlerweile acht Jahren Dj. Der Kerl ist erst 26, was bedeutet, dass er schon als 18jähriger cool war. Oder mindestens ein cooles Hobby hatte, denn so lange kenn ich ihn noch nicht, als dass ich meine Hand ins Feuer legen würde.  Am Anfang gab’s natürlich noch kein Geld – er nennt seine Herangehensweise in der Beginner-Phase liebevoll den “klassischen Bedroom Dj Approach”. Was soviel bedeutet wie: er hat erst mal für die Inneneinrichtung aufgelegt. Dann kamen nach und nach die Gigs und Anfragen. Eines führte zum anderen. Als DJ kommt man ja recht schnell mit neuen Leuten zusammen die die Dinge geschehen lassen können….

Musik. 3 Sätze, warum du dich für Musik entschieden hast? Also nicht Fine Arts oder Fashion Design?

Musik war mir persönlich immer wichtig. Die Stimmungen die man damit erzeugen kann. Du kannst innerhalb von zwei Songs extreme Trauer und totale Freude empfinden, wenn du die Tracks spürst. Das hat mich fasziniert, das wollte ich den Leuten auf den Weg geben durch meine Sets.

Majestic Mood, dein Name auf Skype und twitter – was bedeutet der?

Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich zu Beginn dem Namen keine große Bedeutung beigemessen habe. Als der erste Gig in einem Club bevorstand mußte ich einen Namen haben, natürlich macht man sich auch schon davor Gedanken darüber. Wie werde mich nennen, klingt das cool und so weiter… Ich war damals nicht sehr innovativ, viele schrottige Namen sind mir eingefallen. Kein wirklich guter. Dann hab ich meinen Bruder gefragt, der hat kurz ins Leere geschaut und dann gesagt, nenn dich Majestic Mood. Das war’s. Im Laufe der Zeit hat der Name eine Bedeutung bekommen durch die Musik die ich spiele; das Publikum hat begonnen etwas damit zu verbinden. Was sie genau spüren kann ich nicht sagen, aber es scheint gut zu sein. Am Ende des Tages ist alles Musik für mich. Dafür steht auch der Name – das Gefühl das man durch Musik bekommt.

Hörst du beim ausgehen nur auf das, was der DJ macht oder kannst du auch tanzen? Wenn ja, zu welcher Musik?

Dieses Beurteilen ist eine ewige Krankheit und sicher auch eine der Schattenseiten des Auflegens. Sicher höre ich mir den DJ genau an, vorallem wenn ich wegen ihm in den Club gehe – um ihn zu hören. Mittlerweile kommt in den Sets der Punkt wo ich merke, dass das hinhaut. Wenn er einen guten Sinn für Mischung und Stimmung hat dann vergißt man das technische schnell. Musik zu der ich mich quasi „fallen lassen“ kann ist meist die die ich nicht kenne. Sonst ist’s langweilig – oft kennt man die Dinge einfach schon eine Weile vor den offiziellen Erscheinungsterminen. Das macht es noch schwieriger – es gibt wenig Zeug, das in der Lage ist dich zu überraschen. Je eklektischer und osbskuerer desto besser, dann kommt der Sound in den Vordergrund und man tanzt ohne nachzudenken.

Der beste Club-Abend, den du je hattest und warum?

Das mag jetzt ein wenig eingebildet klingen, aber es war eine Party die ich gemeinsam mit Trishes (FM4) organisiert hatte. Die Reihe heißt Royal Eclectic und fokusiert, wie der Name schon sagt, auf eklektische Musikauswahl. Wir hatten Dj LeftO aus Brüssel da. Was den Abend so speziell machte war einerseits die Tatsache, dass es uns gelungen war die Leute zu bewegen. Andererseits, und das ist viel wichtiger, gab es eine Grundstimmung die ihresgleichen suchte. Ich hab schon so viele Parties erlebt, hinter oder vor den Plattenspielern. Noch nie habe ich die Leute so losgelöst und locker zur Musik tanzen sehen. Wien ist ja doch eine tanzverkrampfte Stadt, da gestaltet sich das schon mal schwieriger. Bei uns schien das kein Thema zu sein. Das war einfach ein reines Glücksgefühl, den ganzen Abend lang. Jeder wirkte zufrieden. Mehr möchte man nicht.

Was bedeutet Authentizität für dich?

Phew. Wichtiges Wort. Für mich bedeutet es Treue gegenüber sich selbst, wenn das nicht vielleicht eh so in einem Wörterbuch steht. Es kann etwas lebensbestimmendes sein, wenn man es zuläßt und zu einem Prinzip erhebt. Als Künstler heißt es für mich, nur die Dinge zu verfolgen und zu verwirklichen die ich fühle. Natürlich kommt man in dem Aufleg Business immer wieder mal an Jobs die nicht wirklich das wahre sind. Dann gilt es einfach herauszufinden ob ich den Gig machen kann ohne mich dabei selbst zu verleugnen. Wenn sich das ausgeht bin ich authentisch geblieben. Als Mensch, mit all den Verantwortungen die das Leben mit sich bringt, hat das Wort noch eine größere Tragweite für mich.

Du bist unter tags fast Anwalt – lassen sich Passion und Berufung vereinen?

Gute Frage, lange Zeit war das für mich komplett konträr. Ich dachte mir oft, dass meine berufliche Karriere der Musik in meinem Leben ein Ende setzen würde. Mittlerweile sehe ich das nicht mehr so eng. Ich habe Überschneidungspunkte gefunden – Stichwort Entertainment Law, Copyright und geistiges Eigentum. Das sind durchwegs spannende Themen die auch Künstler beschäftigen, leider zwangsläufig in der heutigen Zeit. Ob das eine das andere ausschließen oder beeinträchtigen wird liegt schlussendlich nur bei mir. Do I make it happen or not. Das ist meine Entscheidung. Momentan sehe ich vorallem durch Radio und die Dinge die ich mache eine Möglichkeit beides unter einen Hut zu bringen. Ich glaube das ist auch realistisch. Egal was passiert, die Musik wird mich nicht mehr verlassen, es wird immer Raum dafür geben in meinem Leben. Ich kann mir das nicht anders vorstellen – dafür gibt sie mir einfach zu viel.

Welche Acts sind für dich gerade wichtig und warum?

74 Miles Away: Das ist eine Jazz Combo aus Belgien, Pierre Anaeckert vereint sie unter seinen Flügeln. Gemeinsam mit Monkey Robot machen sie wunderbaren Jazz, die durch die Interpretation von Monkey Robot zu tanzbaren Tracks werden. Einfach eine schöne Fusion von alt und neu.

Letherette: Ein englischer Artist der in dem unendliche Meer an Beat Produktionen heraussticht. Für mich haben die einfach einen herausragenden Sound und Flow, den ich aus 100 Liedern herauskennen kann.

James Blake: zu ihm brauche ich eigentlich nicht viel sagen. Der Junge kann einfach zu viel. Er kann diesen wirklich geilen Dubstep machen und andererseits total nachdenkliche wunderbar langsame Songs, ich denke da an Limit to Your Love. Sicher wurde er so breit behandelt wie schon lange niemand mehr in dem Underground Genre. Egal, er ist zentral.

Jacques Greene: Post Dubstep oder eigentlich Post Genre, wie man es am besten nennen sollte, in Reinform. Hier will ich gar nicht großartig erklären. Die Musik sagt hier schon alles. Steh mal mit dem Track in der Früh auf, dann erklärt sich die Musik von selbst.

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